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Season 01

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Season 01 I Episode 05

Nicole Adler

Episode 05mit Nicole Adler
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  • Nicole Adler

Auf Ihrer Reise hat sich die ehemalige Modejournalistin von einer Nichtnetzwerkerin zu einer Frau entwickelt, die weiß, wie sie sich in unterschiedlichen Systemen bewegen will und gelernt, wie sie Verbindungen schafft, die wichtig und von Dauer sind.

 

 

Die von Nicole Adler gegründete Plattform for women only dient grundsätzlich zum Austausch von Frauen aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen, der sinnstiftend sein soll. Begonnen hat das Ganze mit einem Buchprojekt, das sich organisch weiterentwickelt hat.

Nicole hatte damals im Mode- und Reisejournalismus Fuß gefasst und sich mit dem Beginn des Projektes offenbar selbst auf eine Reise begeben. Dann, im Zuge der ausführlichen Recherche ist sie immer tiefer in die Thematik gerutscht – allein durch die Vielzahl an Frauen, die sie portraitiert hat, ergab sich bereits ein Netzwerk. Und so hat sich eine Runde etabliert und schließlich auch manifestiert, bei deren quasi Premiere Vera auch bereits dabei war.

 

Diese Runde und das Projekt hat sich dynamisiert und es mischen sich Menschen aus dem Kreativbereich mit unterschiedlichen Generationen, quasi kreuz & quer. Denn Nicole glaubt daran, „dass der Dialog wichtig ist und der Diskurs wichtig ist.“

 

Ihre Zeit als Mentorin hat ihr auch gezeigt, wie schön ein Austausch sein kann zwischen Mentee und Mentorin, dieses PingPong, das dabei entstehen kann, das für sie auch ein Geben und Nehmen ist. Das Wissen und Know-how auf der Mentorinnen-Seite, Inputs und frischer Wind auf Mentee-Seite, spannend aufgrund des Altersunterschiedes.

Nicole Adler

Um nicht auf der falschen Spur zu laufen,

brauchen wir die Generation Z.

Networking for career life

Nicole Adler hat sich von einer Nichtnetzwerkerin zu einer Intensiv-Netzwerkerin entwickelt. Früher hätte sie sich das nie gedacht, doch in Wahrheit sind Netzwerke sehr wichtig und zwar nicht nur im beruflichen Kontext.

Adler betont, dass man es bei Männern ja sieht, wie gut Networking funktioniert, ohne tiefer einzutauchen. Sie beteuert, dass sie sich das auch von ihnen abgeschaut hat, weil es eben wichtig ist. Eine Anekdote verdeutlicht das, denn als sie bei der Tageszeitung Kurier gearbeitet hat, hatte sie kein gutes Netzwerk. Obwohl Adler „fleißig“ und gut war in ihrem Job, wurde sie dennoch abgesägt und da merkt sie an, habe ihr wohl das gute Netzwerk gefehlt. Dieser Punkt in ihrer Karriere hat sie sehr frustriert und mit der herben Enttäuschung ging ein großes Erstaunen einher, und zwar darüber, wie oder was ihr passiert ist in einem derart hierarchischen System.

 

Sie hat zunächst begonnen, dieses System zu hinterfragen , um dann zu bemerken, dass man solche Systeme vielleicht nicht umgehen kann. Für Nicole Adler war es deshalb wichtig, dass sie sich innerhalb des Systems wohlfühlt und sich um gute Verbindungen zu kümmern.

 

Vera setzt ein mit dem Spruch „Wir Frauen haben zwar unfassbare Führungskompetenz, was uns aber oft fehlt, ist die Aufstiegskompetenz“ eines drauf. Es geht dabei aber nicht rein darum, den Job gut zu machen, sondern es gehört auch dazu, gewisse Netzwerke zu schaffen und sich derer zu bedienen.

Macht und Nicole Adler

Adlers erste Assoziation zu Macht ist, dass sie eine tief sitzende, immer noch negative, patriarchale, männlich dominierte Angelegenheit ist. Lange Zeit wollte sie sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen, das ihr von Grund auf unsympathisch war. Sie wollte nicht damit umgehen, wollte ohnehin nicht in einem hierarchischen System sein. Deshalb hat sich Adler auf ihrem ersten Weg eher der Kunst gewidmet. Schnell hat sie jedoch bemerkt, dass sie dennoch ins System kam aufgrund ihrer Karriere. Sie musste lernen zu akzeptieren, dass es sowohl Hierarchien als auch Macht gibt und man sich damit auseinandersetzen muss.

 

Ohnmacht, Machtmissbrauch, die ganzen Konnotationen … doch auf der anderen Seite fällt einem auch die Selbstermächtigung ein, nach der Macht greifen, doch:

Nicole Adler

Will man das? Oder nicht?

Will man auch die Verantwortung übernehmen?

Kreativbranche & Macht, ticken die Menschen dort anders?

Nicole Adler kennt die Kunstbranche sehr gut, weil sie sich auch in der kreativen Ecke bewegt hat, um nicht systemimmanent arbeiten zu müssen.

 

Für sie ist klar: „Junge Menschen, Kreative, die Künstler*innen werden, wollen das Maximum an Freiheit.“ Gewiss erleben aber auch sie Macht in ihren Ausbildungsstätten. Denn in diesen muss man sich schließlich den Lehrmeistern unterwerfen, jedenfalls war das damals zu ihrer Bildungszeit so. Eventuell ist das gegenwärtig nicht mehr ganz so streng. „Aber auch der Kunstmarkt hat Macht. Da liegt ebenfalls Geld. Und selbst als kreative*r Künstler*in ist eine der zentralen Fragen natürlich auch, wie man als solche*r Geld verdienen kann.“

 

 

Die Kunstbranche ist zwar frauendominiert bzw. werden z. B. viele Museen von Frauen geführt, es ist deshalb aber noch lange nicht gesagt, dass es das Machtgefälle nicht gibt. Denn es geht natürlich auch um die alten Galeristen, die dann teilweise ihre Macht komplett falsch einsetzen.

Nicole fragt sich oft: „Wie sehr kann man sich der Macht entziehen? Wie schädlich oder dienlich ist das dann auch, das ist eine systemische Geschichte.“

 

Es gibt eben auch viele Institutionen im Kunst- und Kulturbereich, die von Frauen geführt werden. Das heißt nicht, dass es deshalb automatisch besser läuft. Einige Meinungen und Theorien besagen, dass es mit der Männerquote in Machtpositionen zusammenhängt, wodurch die Spielregeln seit jeher männlich gestaltet wurden. Immer waren die Frauen, die sich dann an und in diese Themen gesetzt haben, Pionierinnen und haben sich teilweise durch ihre speziellen Positionen Skills und Regeln der Männer angeeignet.

 

Vera fragt Nicole:„Was würdest du sagen, wenn noch mehr Frauen im Kunstbereich das Sagen hätten? Was wäre mittel- bis langfristig die Auswirkung?“

Für Nicole liegt die Antwort im Sinne der Veränderung, die Fragen ändern sich. „Wie geht man mit Macht um? Muss man zum Beispiel in hierarchischen Systemen denken?“ Sie glaubt, dass es auch unter Frauen neue Spielregeln geben muss und, dass es nicht um unterschiedliche Branchen geht, sondern um ein Mindset, wie man die Dinge, eben auch Leadership, angehen will.

Prägende Rollen in Adlers Leben

In Nicole Adlers Aufwachsen gab es keine dominanten Männer. Dafür gab es dominante Frauen in ihrem Leben, die das Thema der Macht für damalige Verhältnisse gewiss ganz gut gelebt, aktiv aufgebaut haben und schlicht auch viel gearbeitet haben. Macht war dann auch hauptsächlich mit Arbeit verbunden. Sie überlegt und kommt dann zu dem Schluss, dass Frauen mit starken Vätern wohl andere Vorbilder haben, während ihr Vater keineswegs dominant war, denn: „der versteht das Thema auch gar nicht, der hat mit Macht und all dem gar nichts am Hut.“

 

Sie persönlich ist zu dem Thema gekommen, weil sie in einer Ohnmacht war und weil sie sich gedacht hat „ich will in dieser Ohnmacht nicht steckenbleiben!“.

Sie beschäftigt auch die Frage, wie der Weg aus dieser Ohnmacht aussehen kann.  

Nicole Adler

Wo geht‘s weiter? Wo finde ich eine Macht in mir?

Mit diesen Fragen greife ich persönlich nach der Macht, gehe in einen anderen Modus, verändere auch viel an mir selbst.

Starker Einsatz bei „Frauen“themen

Bereits als Modetheoretikerin hat sich Adler stark mit einem ganz weit verbreiteten Glaubenssatz beschäftigt. Man sagt ja so schön: Kleider machen Leute. Und damit ist klar, Kleidung ist eindeutig ein Symbol der Macht.

Wenn man, laut Adler, Mode nicht oberflächlich betrachtet, kann man in ihr sehr viel gesellschaftliches erkennen. Das hat Nicole immer schon beschäftigt.

 

Heutzutage findet sich Adler in einem Bereich wieder, wo sie ihre Energie auch gut ausleben kann. Sie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimme lauter einzusetzen. Aufgewachsen mit einem Satz, von dem wohl viele Frauen ein Lied singen können „Hinter jedem erfolgreichen Mann steckt eine starke Frau.“, hat sie sich irgendwann gedacht „Du darfst also daneben eh auch performen! Bist halt immer die zweite Reihe.“ Das hat sie lange mitgemacht, aber irgendwann hat sie dann die Entscheidung getroffen, dass sie in der ersten Reihe tanzen möchte.  

Next for women only actions

Momentan ist „for women only“ in einem Nachdenk- und Transformationsprozess, um in der Zukunft breiter aufgestellt zu sein. Sie möchte auch aus dem intimen Rahmen des Salonkreis‘ treten und rausgehen. Der Safe Space des Salon-Gedankens hier Dinge zu formulieren, die man vielleicht woanders nicht artikuliert ist dabei aber nach wie vor wichtig. Und dann, das ist der nächste wichtige Schritt, genau damit raus an die Öffentlichkeit!

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